Talk unterm Turm mit vielen Besuchern

Über 80 interessierte Bürger folgten der Einladung der Licher SPD zur Podiumsdiskussion mit anschließendem Bürgergespräch unter dem Titel "Stadtentwicklung - aber wie?". 

Julien Neubert, Vorsitzender der Licher SPD und Moderator der Veranstaltung, machte in seiner Begrüßung deutlich, was das Ziel der Veranstaltung sei. Lich könne sein Potenzial nur ausschöpfen, wenn es Stadtentwicklung in geordneten Bahnen vorantreibe. Gemäß dem Leitspruch, „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber anders muss es werden, wenn es besser werden soll“, wurde in der Podiumsdiskussion darüber diskutiert, was sich in den Bereichen Innenstadtbelebung, sozialer Wohnungsbau und Dorfentwicklung ändern kann oder gar ändern muss. 

Gäste auf dem Podium waren der Projekt- und Stadtentwickler Hans Fürst, Bürgermeister Bernd Klein, Pfarrer Gieß und SPD-Fraktionsvorsitzender Neumann. Fürst konnte einige Erfahrungen zur Diskussion beisteuern und sprach viele Aspekte an, die Einheimische allzu oft übersehen und dem geschulten Auge eher auffallen. So beklagte er, dass der Kirchenplatz völlig zugeparkt sei und bekräftigte, dass eine Fußgängerzone der Licher Altstadt gut tun würde. Hans Peter Gieß und Armin Neumann pflichteten dem bei und beleuchteten neben wirtschaftlichen auch kulturelle und soziale Gesichtspunkte einer Fußgängerzone. 

In einem zweiten Block zeigte Bernd Klein auf, welche enormen Hürden dem sozialen Wohnungsbau auf kommunaler Ebene seitens des Landes in den Weg gestellt werden. Echte Chancen boten – so Klein – nur intensive Gespräche mit Investoren. Gewinne im Hochpreissegment mit sozialem Wohnungsbau verknüpfen – das war hier die Devise. 

Pfarrer Gieß lobte schließlich in einem dritten Themenblock die Lebendigkeit der Licher Stadtteile, beschrieb zugleich aber auch seine Sorgen, dass vieles von dem, was auf den Dörfern alles passiert, in Zukunft nachlässt, was das Leben auf dem Dorf insgesamt weniger attraktiv mache. Armin Neumann sprach sich diesbezüglich für Begegnungsorte in den Dörfern. Eigentlich bräuchte seiner Auffassung nach jedes Dorf einen Dorfladen oder ein Café. Zudem müsste die Sozialarbeit auf dem Lande langfristig organisiert werden.

 

Im anschließenden Bürgergespräch drehten sich die meisten Wortbeiträge um das Thema Verkehr. Neben Klagen, dass eine Fußgängerzone eine Verödung der Innenstadt nach sich ziehen könnte, stellten andere Bürger fest, dass der Status quo nicht haltbar sei. Die Verkehrsbelastung der Altstadt sei zu hoch und beraube die Innenstadt ihres Charmes. Neben der Fußgängerzone wurden neue Verkehrswege, eine Parkraumbewirtschaftung und neue Parkplätze diskutiert. Da das Thema Verkehr und Attraktivitätssteigerung der Innenstadt die großen Themen des Abends waren, wird sich die SPD in den nächsten Wochen intensiv mit diesen auseinandersetzen und sicherlich in einer nächsten Veranstaltung die ersten konkreten Konzepte diskutieren. 

 

Mit der „Talk unterm Turm“-Veranstaltung wurde ein wichtiger Grundstein für die künftige Diskussion rund um das Thema Stadtentwicklung in Lich gelegt. Von Anfang an haben die Bürger die Möglichkeit, den Prozess zu begleiten und ihre Sorgen und Ideen an die SPD Lich weiterzugeben.