Lich im Wandel der Zeit am 19. August 2016 – Grußwort von Rüdiger Veit

Liebe Genossinnen und Genossen,

Eure für den 19. August geplante Veranstaltung „Lich im Wandel der Zeit“ klingt nicht nur interessant, sie ist anspruchsvoll angelegt und vielversprechend, denn es soll im weitesten Sinne um historische Veränderungen im Stadtbild von Lich gehen. Die wollt Ihr Euch zusammen mit hoffentlich zahlreichen Besuchern bei einem Gang durch die Innenstadt erlaufen, an Hand von alten Fotographien und Plänen und mit Hilfe sachkundiger Anleitung die sichtbaren Unterschiede zu früheren Phasen der Stadtentwicklung aufspüren. Und da sind wir bereits bei einem der entscheidenden Begriffe: Stadtentwicklung.

Denn wenn man nicht alles dem schieren Zufall überlassen will, weil an jeder Straßenecke, in jedem Park, auf allen nur denkbaren Brachen und bei allen Lückenbebauungen ein jeder Bauherr mehr oder weniger nach eigenem Gusto, Ziel und materiellen Möglichkeiten unkoordiniert Projekte verwirklichen darf, dann muss man sich politische Gedanken darüber machen, wer und wo dafür verantwortlich sein soll, um eine möglichst sinnvolle und koordinierte Entwicklung zu garantieren. Denn trotz eines allgemein wachsenden Konsenses hinsichtlich der Notwendigkeit einer nachhaltigen Stadtentwicklung zirkulieren derzeit, wenn ich das richtig sehe, vielfältige Leitbilder, pauschale Konzepte mit Stichworten wie „Autofreie Stadt“, „Öko-City“, „Smart City“ oder „Emissions-freie Stadt“ usw. usw. Ihr ökologischer und sozialer Nutzen, ihre Finanzierbar-keit sind jedoch noch kaum abgeklärt. Diese pauschalen Leitbilder ignorieren zudem weitgehend die lokalen und kulturellen Besonderheiten, die für einen von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptablen Wandel einer aufstrebenden Stadt wie Lich unbedingt beachtet werden sollten. Dem seid Ihr dankenswerter Weise auf der Spur.

Ich wäre also sehr gerne zu Eurem Stadtspaziergang gekommen, natürlich auch zum anschließenden Sommerfest. Da ich aber am 19. August noch im Urlaub bin, möchte ich Euch wenigstens auf diesem Weg einen besonderen Tag wünschen, viele Einsichten und zahlreiche interessierte Besucher und natürlich ein nettes Zusammensein.

 

Rüdiger Veit, MdB